Goethe und Heisenberg: Was sollten diese beiden Olympier miteinander zu tun
haben? Goethe - so eine vielfache Meinung – war ein begnadeter Dichter von
Liebesbegegnungen, und Werner Heisenberg ein super abstrakter Denker der
theoretischen Physik. In seinem von vielen Lichtbildern unterstützten Vortrag zeigt
der Wissenschaftshistoriker Prof. Ernst Peter Fischer (Universität Heidelberg) auf
eindringliche Weise, dass zwischen beiden vielfach verschränkte geistige
Gemeinsamkeiten bestehen. Werner Heisenberg war ein profunder Kenner der
Werke Goethes, die es fertigbringen, „zuletzt alles Teil und alles ein Ganzes“ sein
zu lassen. Bei beiden behalten die Phänomene die Anziehungskraft von
ungelösten Rätseln. Hier setzen dann die Romantiker mit ihrem Kult des
Geheimnisvollen an, parallel zu der vergleichbaren Revolution der Romantik in
den Naturwissenschaften. Deshalb kann Heisenberg von physikalischen Theorien
erzählen und auf kunstvolle Weise das Herz der Menschen für sie öffnen.
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte
1977 bei dem Nobelpreisträger und Begründer der Molekularbiologie Max
Delbrück am California Institute of Technology. Nach Habilitation (1987) an der
Universität Konstanz wurde er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der
Universität Heidelberg. Allgemein bekannt wurde er durch zahlreiche Bücher zur
Geschichte der Naturwissenschaft, deren Erkenntnisse auch für die
Allgemeinbildung essentiell sind.
Einführende Worte und Moderation: Prof. Christoph Cremer, Kirchhoff-Institut für
Physik (Universität Heidelberg)
